„Für gewöhnliche Menschen, die im normalen weltlichen Leben stehen, ist das Beachten der fünf Regeln der Weg, rechte Rede und rechtes Tun in die Tat umzusetzen. Diese fünf Leitlinien beinhalten das ehrliche Bemühen,
1. kein lebendiges Wesen zu töten
2. nicht zu stehlen
3. keine sexuellen Verfehlungen zu begehen
4. nichts Unwahres oder Unheilsames zu reden
5. keine berauschenden oder bewusstseinstrübenden Mittel einzunehmen.
Diese Fünf Regeln sind das unverzichtbare Minimum, um die Voraussetzung für ein ethisches, moralisches Leben zu schaffen. Sie müssen von jedem befolgt werden, der Dhamma praktizieren will.“
Besonders die dritte und fünfte Regel ist für uns im Westen immer wieder unverständlich. Im oben erwähnten Buch gibt es dazu Antworten von Goenkaji. Hier einige Auszüge:
„Was ist der Unterschied zwischen rechtem und unrechtem sexuellen Verhalten? Ist es eine Frage der dahinterstehenden Absicht?
Nein. Sexualität hat ihren Platz im weltlichen Leben. Sie sollte nicht gewaltsam unterdrückt werden, denn erzwungene, aufgesetzte Enthaltsamkeit erzeugt Spannungen, die nur mehr Probleme, neue Schwierigkeiten schaffen. Wenn Sie jedoch dem sexuellen Verlangen freien Lauf lassen und sich gestatten, jederzeit mit jedem möglichen Partner sexuelle Beziehungen einzugehen, sobald die Leidenschaft Sie überkommt, dann werden Sie Ihren Geist nie von Leidenschaft befreien können. Dhamma vermeidet diese beiden gleichermaßen gefährlichen Extreme und bietet einen Mittelweg an, ein heilsames Umgehen mit Sexualität, das dennoch geistige Entwicklung erlaubt, und das ist die sexuelle Beziehung zwischen zwei Partnern, die sich zu einer festen, auf gegenseitiger Treue basierenden Partnerschaft entschlossen haben. Und wenn Ihr Partner ebenfalls ein Vipassana-Meditierender ist, dann beobachten Sie beide die Leidenschaft, wann immer sie auftaucht. Das ist weder Unterdrückung, noch geben Sie Ihrem Verlangen freie Bahn.“
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„Im Westen halten viele Menschen jegliche Art von sexuellen Beziehungen zwischen zwei erwachsenen Menschen für zulässig, solange beide Partner damit einverstanden sind.
Diese Ansicht ist weit von Dhamma entfernt. Jemand, der sexuellen Kontakt mit einer Person hat, dann mit einer anderen und dann wieder mit einer anderen, vervielfacht seine Leidenschaft, sein Elend. Sie sollten entweder in einer auf gegenseitiger Treue basierenden, ausschließlichen Partnerschaft mit einem Menschen leben oder im Zölibat, d.h. in sexueller Enthaltsamkeit.
Wie ist es mit dem Einnehmen von Drogen als Hilfsmittel, um andere Bewusstseinszustände zu erfahren, andersartige Realitäten zu erleben?
Einige Schüler haben mir berichtet, dass Sie durch das Einnehmen sogenannter bewusstseinserweiternder Drogen Erfahrungen gemacht haben, die Ähnlichkeit mit denen haben, die sie in der Meditation machen. Ob das nun tatsächlich so ist oder nicht, eine durch Drogen herbeigeführte Erfahrung ist eine Form der Abhängigkeit von einem äußeren Mittel. Dhamma lehrt Sie jedoch, Ihr eigener Herr zu werden, damit Sie die Realität nach Belieben, wann immer Sie wollen, erfahren können. Und ein weiterer, sehr wichtiger Unterschied ist, dass durch den Gebrauch von Drogen viele Menschen ihre geistige Ausgeglichenheit verlieren und sich selbst schaden. Demgegenüber führt die Erfahrung der Wahrheit durch das Praktizieren von Dhamma die Meditierenden zu größerer Ausgeglichenheit, und sie werden weder sich selbst noch irgendjemand anderem schaden. „